
Lithium-Ionen-Akkus sicher nutzen und laden
Leistungsstarke Lithium-Ionen-Akkus in Smartphones, Laptops, E-Bikes und anderen Geräten ermöglichen kabelloses Arbeiten und mobile Anwendungen. Die kompakten Energiespeicher sind leistungsfähig, erfordern jedoch einen sachgerechten Umgang – andernfalls kann es im Extremfall zu einem Brand kommen.
Lithium-Ionen-Akkus verfügen über eine hohe Energiedichte, sind klein, leicht und zeichnen sich durch eine gute Lagerfähigkeit und geringe Selbstentladung aus. Aufgrund dieser Eigenschaften haben sich ihre Einsatzbereiche in kurzer Zeit stark erweitert.
Während sie zunächst vor allem in Smartphones, Notebooks und Akkuschraubern verwendet wurden, kommen heute durch die Elektromobilität auch E-Scooter, E-Bikes, E-Stapler, E-Ameisen und Elektroautos hinzu. Diese Anwendungen erfordern deutlich höhere Ströme – nicht nur im Betrieb, sondern auch beim Laden. Im Fehlerfall kann es dadurch zu Überhitzung und Bränden kommen.
Überhitzt eine einzelne Zelle, droht das sogenannte „thermische Durchgehen“ (Thermal Runaway). Dabei kann sich die Hitze auf benachbarte Zellen ausbreiten (Thermal Propagation) und eine Kettenreaktion auslösen.
Gleichzeitig gilt: Gemessen an der großen Zahl eingesetzter Akkus sind Brände äußerst selten. Bei Elektrofahrzeugen kommen – zulassungszahlenbereinigt – je nach Studie auf ein brennendes E-Auto fünf bis zehn brennende Diesel- oder Benzinfahrzeuge.

Auch E-Bikes mit Lithium-Ionen-Akkus erfordern beim Laden und Lagern besondere Aufmerksamkeit. Wichtig: Akkus vor Frost – etwa im Winter in einer ungeheizten Garage – ebenso schützen wie vor direkter Sonneneinstrahlung.
Sachgerechter Umgang ist entscheidend
Trotz ihrer Vorteile erfordern Lithium-Ionen-Akkus einen sachgerechten Umgang. Überladung, Tiefenentladung, Überhitzung oder mechanische Beschädigungen können einzelne Akkuzellen irreversibel schädigen und in der Folge Brände verursachen.
Ein Teil der Sicherheit wird durch das Zusammenspiel von Akku und Ladegerät gewährleistet. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Batteriemanagementsystem (BMS), dessen Komponenten sowohl im Akku als auch im Ladegerät verbaut sein können. Ein hochwertiges BMS verhindert Über- und Tiefenentladung, beugt Defekten vor und erhält die Leistungsfähigkeit des Akkus. So beendet es beispielsweise die Entladung des Akkus, sobald die erste Zelle die Entladeschlussspannung erreicht, auch wenn die anderen Zellen noch weitere Energie liefern könnten.
Dennoch müssen Sie vor allem bei mobilen Akkus den anderen Teil der Pflege selbst leisten.
Empfehlungen für den sicheren Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus:
- Verwenden Sie ausschließlich das vom Hersteller vorgesehene Originalladegerät.
- Tauschen Sie defekte Ladegeräte oder Akkus nur gegen Originalprodukte des Herstellers aus.
- Öffnen und reparieren Sie Akkus niemals selbst.
- Lagern Sie Akkus bei Temperaturen zwischen 5 Grad Celsius und Zimmertemperatur. Vermeiden Sie Frost (etwa im Winter in einer ungeheizten Garage) ebenso wie direkte Sonneneinstrahlung.
- Schützen Sie die Kontakte vor Feuchtigkeit, Verschmutzung und mechanischen Beschädigungen.
- Achten Sie auf eine einwandfreie Verbindung zwischen Akku und Ladegerät; reinigen Sie bei Bedarf die Kontakte.
- Laden Sie Akkus nur in trockener Umgebung, bei Raumtemperatur und auf nicht brennbaren Unterlagen. Halten Sie ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien (mindestens 30 cm seitlich und 100 cm nach oben).
- Bleiben Sie möglichst in der Nähe, während der Akku lädt.
- Laden Sie Akkus nicht unbeaufsichtigt über Nacht in Wohn- oder geschlossenen Räumen.
- Entfernen Sie beim Transport eines E-Bikes auf dem Auto – wenn möglich – den Akku. Regen, Stöße oder im Winter Streusalz können interne Kurzschlüsse und Beschädigungen auslösen.
- Sie wollen Ihr E-Bike in einer Hotelgarage laden? Nutzen Sie ausschließlich das Originalladegerät und achten Sie darauf, dass der Raum über den Ladepunkten mit einem Brandmelder ausgestattet ist.
- Beschädigte oder sichtbar aufgeblähte Akkus sollten im Freien oder in geeigneten Behältern mit entsprechender Zulassung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) gelagert werden.
- Verzichten Sie auf inoffizielle Reparaturangebote („Batterie-Doktoren“). Kaufen Sie – wenn die Akkuleistung nutzungs- und altersbedingt zu stark gesunken ist – rechtzeitig einen neuen Original-Akku beim Hersteller.
- Entsorgen Sie alte oder beschädigte Akkus fachgerecht über den Handel oder offizielle Rücknahmestellen.


