
Wie Sicherheitsbeauftragte Unfälle an Maschinen verhindern
Wenn Maschinen stillstehen oder Störungen auftreten, zählt jede Handlung. Bei einer Inhouse-Schulung zur Maschinensicherheit bewiesen Sicherheitsbeauftragte der Sachsenmilch Leppersdorf GmbH, wie wichtig ihr Einsatz ist – und wie BGN-Fortbildungen sie dabei unterstützen.
Maschinenunfälle gehören nach wie vor zu den zentralen Themen innerhalb der BGN. Die hohen Kräfte und Geschwindigkeiten angetriebener Maschinenteile führen häufig zu schweren Verletzungen – meist außerhalb des Normalbetriebs. Besonders bei Reinigungsarbeiten oder der Störungsbeseitigung ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt – eine Aufgabe, die Sicherheitsbeauftragte täglich mit großem Engagement wahrnehmen.
Im Rahmen einer ganztägigen Inhouse-Schulung bei der Sachsenmilch Leppersdorf GmbH stand daher die Maschinensicherheit im Mittelpunkt. Die Sicherheitsbeauftragten übernehmen dabei eine entscheidende Rolle: Sie machen ihre Kolleginnen und Kollegen auf Unfallgefahren – etwa durch Fang-, Quetsch- oder Einzugsstellen – aufmerksam und überprüfen regelmäßig, ob Schutzeinrichtungen vorhanden sind und ordnungsgemäß benutzt werden. Fehlende, defekte oder überbrückte Schutzvorrichtungen gilt es zu erkennen und anzusprechen.
Sicherheitsbeauftragte wissen, wann es gefährlich wird
Sicherheitsbeauftragte kennen die heiklen „Intervention Tasks“, also Tätigkeiten außerhalb des Produktionsmodus, bei denen ein Eingreifen erforderlich wird. Sie wissen – unabhängig von der teilweise nur formal vorliegenden Gefährdungsbeurteilung – genau, wo an Maschinen Störungen auftreten können und welche Arbeiten tatsächlich risikobehaftet sind. Häufig haben sie bereits im Vorfeld einfache, aber wirkungsvolle Lösungsvorschläge parat, doch es fehlt ihnen an Gehör und Möglichkeiten, diese einzubringen. Deshalb sollten sie frühzeitig, spätestens bei der Werksabnahme, in den Beschaffungsprozess neuer Maschinen eingebunden werden. So lassen sich ergonomische und sicherheitstechnische Schwachstellen bereits vor der Inbetriebnahme erkennen und gemeinsam mit dem Hersteller kann ein bedienungsfreundliches, sicheres Gesamtkonzept entwickelt werden – ganz im Sinne der DIN EN ISO 12100.
Mit ihrem Engagement leisten Sicherheitsbeauftragte einen wertvollen Beitrag zu einer gelebten Sicherheitskultur, und das in zunehmend herausfordernden Zeiten. Deshalb ist es unerlässlich, dass Führungskräfte sie aktiv in Arbeitsschutzdiskussionen einbinden, ihre praktische Erfahrung gezielt nutzen und ihnen Wertschätzung entgegenbringen.
Technische Inhalte und Praxisbezug
Neben den Sicherheitsabständen für trennende Schutzeinrichtungen nach DIN EN ISO 13857 sowie den Anforderungen an Geländer und Laufstege gemäß DIN EN ISO 14122 wurden auch Themen wie die Zweihandbedienung, Not-Halt-Befehlsgeräte, Zustimmtaster oder der Tippbetrieb diskutiert. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen aus dem Betriebsalltag einzubringen und Antworten auf ihre Fragen zu finden.
BGN-Schulung individuell im Betrieb
Das ursprünglich als dreitägige Fortbildung in den Bildungsstätten der BGN konzipierte Seminar kann auf Anfrage auch betriebsspezifisch als Inhouse-Seminar durchgeführt werden – individuell an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst.
Damit die Sicherheitsbeauftragten Ihrer Aufgabe auch qualifiziert nachgehen können, steht ihnen – in Abstimmung mit dem Arbeitgeber – das Recht auf Fortbildungen zu. Ab 2026 können sie nach Abschluss Ihrer Ausbildung – im Präsenz- oder Digitalformat – ihre nächste Fortbildung frei wählen. Der bisher verpflichtende Besuch eines Aufbauseminars entfällt. So können Schwerpunkte nach Interesse und betrieblichen Erfordernissen gesetzt werden.

Weitere Fortbildungen der BGN zum Thema Maschinen- und Anlagensicherheit:
- „Maschinensicherheit in der Fleischwirtschaft“
- „Maschinensicherheit und Risikobeurteilung (Ausbildungsreihe)“
- „Hygienegerechte Gestaltung von Nahrungsmittelmaschinen – Hygienic Design“
- „Instandhaltung“
- „Damit Bewegung in die Sache kommt – elektrische Ausrüstung von Maschinen und Anlagen“
- Seminare Fleischwirtschaft


