Die Mitarbeiterin einer Fleischerei wollte Aufschnitt an der Aufschnittschneidemaschine schneiden und rutschte dabei mit der rechten Hand ab. Mit ihrem Zeigefinger geriet sie an das Rundmesser und zog sich eine Schnittverletzung zu. Durch den Schneideunfall entstanden Behandlungskosten von 300 Euro und ein Arbeitsausfall von zwei Wochen.

Die Unfallursache war ebenso eindeutig wie vermeidbar: Die Mitarbeiterin hatte den Daumen ihrer rechten Hand nicht wie vorgegeben hinter der Schlittenrückwand „eingehängt“. Stattdessen griff sie unter den Restehalter, führte das Schneidgut in Richtung des Messers – und griff versehentlich in die rotierende Klinge.

Leider typisch

Solche Schneideunfälle sind alles andere als eine Seltenheit: Immer wieder gelangen Personen mit den Fingern während des Schneidvorgangs an das scharfe Rundmesser – trotz Schutzeinrichtungen. Untersuchungen haben gezeigt, dass solche Unfälle oft die folgenden verhaltensbedingten Ursachen haben:

• fehlende Aufmerksamkeit
• Ablenkung durch andere Personen (z. B. durch Ansprechen der Bedienperson während der Arbeit an der Maschine)
• falsches Verhalten des Bedienpersonals durch Nichtbenutzen oder Untergreifen des Restehalters
• grob fahrlässiges Verhalten durch Demontage des Restehalters

5 Regeln zum sicheren Bedienen der Aufschnittschneidemaschine

  1. Den Daumen hinter die Schlittenrückwand legen und nicht unter dem Restehalter hindurchgreifen.
     
  2. Nie mit der Hand über die Schlittenrückwand greifen.
     
  3. Mit den vier Fingern der rechten Hand das Schneidgut halten.
     
  4. Die Schnittstärke einstellen und anschließend die Maschine einschalten.
     
  5. Regelmäßige Unterweisung durchführen und dokumentieren.

Tipp: Wurstrest vom Ende her aufschneiden oder Zipfel abschneiden und gegen die Schneide legen.

Aufschnittschneidemaschine